Prävention – Von A wie „Arbeitsorganisation“ bis Z wie „Zirkeltraining“

Eine Übersicht über wichtige Faktoren und Bestandteile der Prävention


Präventionskurs, Suchtprävention, Krankheitsprävention – vielen ist der Begriff „Prävention“ bekannt. Häufig wird dieser im Bereich der Gesundheitsförderung als Oberbegriff für eine Vielzahl an gesundheitlichen Themen und Ansätzen verwendet. Einen Überblick über die Inhalte und die Bedeutung des Begriffs „Prävention“ werden in diesem Blogbeitrag erläutert.


Der Präventionsbegriff

Prävention ist ein Terminus, der alle Maßnahmen und Aktivitäten zusammenfasst, die zur Vermeidung, Verringerung oder Verzögerung von Krankheiten eingesetzt werden. Als Synonym der Prävention wird häuft das Wort Vorbeugung eingesetzt, welches den Begriff für viele Menschen greifbarer macht. Die Prävention lässt sich in Bezug auf den Zeitpunkt, den Ansatzpunkt und die Zielgruppe weiter unterteilen. Diesen drei Ansatzpunkten können konkrete Teilbereiche der Prävention zugeteilt werden, welche im Folgenden näher beschrieben werden. (Bundesgesundheitsministerium, 2021)



Präventionsarten (Eigene Darstellung)


Differenzierung der Prävention nach Zeitpunkt


Primärprävention

Die Primärprävention ist zeitlich die erste Art der Prävention, die eingesetzt werden kann. Sie hat das Ziel die Entstehung von Krankheit zu verhindern. Primärprävention tritt dann ein, wenn noch keine Krankheit oder Schädigung aufgetreten ist, sodass potenzielle Risikofaktoren verhindert oder vermindert werden können. Dies kann beispielsweise durch die Gesundheitserziehung oder Gesundheitstrainings erreicht werden. Der Primärprävention werden auch die Gesundheitsschutzmaßnahmen zugeordnet, welche das Ziel haben die Entehrung von Krankheit zu verhindern.


Sekundärprävention

Bei der Sekundärprävention sollen Krankheiten frühzeitig erkannt werden, um mögliche Schäden abzuwenden und beispielsweise Therapien frühzeitig einsetzten zu können. Die Krankheit soll bestmöglich noch vor Symptomen oder Beschwerden erkannt werden. Beispielhaft für die Sekundärprävention kann die Mammographie als Brustkrebsvorsorge genannt werden.


Tertiärprävention

Nach einer Erkrankung tritt die Tertiärprävention in den Fokus. Sie hat das Ziel die Folgen von einer Erkrankung zu verringern und die Verschlimmerung einer Erkrankung zu verhindern. Ebenfalls zur Tertiärprävention gehören die Verminderung von Folgeschäden, Chronifizierungen und Rückfällen. Auch die Rehabilitation wird häufig als Teil der Tertiärprävention angesehen.


Differenzierung der Prävention nach Ansatzpunkt


Verhaltensprävention

Die Verhaltensprävention ist der Ansatz der Prävention, bei dem sich die eingesetzten Maßnahmen auf das individuelle Gesundheitsverhalten beziehen. Dies kann im Rahmen von Informationsbereitstellung oder Übungen zur Gesundheitsförderung geschehen. Die Maßnahmen, der Verhaltensprävention stehen im Präventionsleitfaden der gesetzlichen Krankenversicherungen (Handlungsfelder: Bewegung, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum) und beziehen sich auf die individuelle Gesundheit des Einzelnen. Beispielhaft für die Verhältnisprävention kann ein Kochkurs genannt werden, der den Teilnehmenden die Zubereitung von gesunden Speisen näher bringt.


Verhältnisprävention

Die Verhältnisprävention bezieht sich im Gegensatz zu Verhaltensprävention auf die Lebens- und Arbeitsumstände. Durch die Gestaltung von Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen soll die Gesundheit positiv beeinflusst werden. Im Setting Betrieb spricht man beispielsweise bei der Anschaffung von ergonomischen Schreibtischstühlen von einer Maßnahme der Verhältnisprävention.


Differenzierung der Prävention nach Zielgruppe


Universelle Prävention

Die universelle Prävention richtet sich an die ganze Bevölkerung und unterscheidet dabei nicht nach der Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten oder nach Risiken in der Population. Die Maßnahmen der universellen Prävention sind dabei für jeden von Nutzen.


Selektive Prävention

Die Selektivprävention ist vor allem an Individuen und bestimmte Bevölkerungsgruppen gerichtet, welche ein erhöhtes Risiko an Krankheiten zu erleiden besitzen oder eine erhöhte gesundheitliche Belastung haben. Auch Individuen oder Bevölkerungsgruppen, die bereits erste Symptome aufzeigen werden im Rahmen der Selektivprävention versorgt.


Indizierte Prävention

Die dritte der Zielgruppenspezifischen Präventionsarten ist die indizierte Prävention. Sie ist an solche Personengruppen gerichtet, welche bereits deutliche Symptome einer Erkrankung entwickelt haben. Die präventiven Maßnahmen sollen dabei vorsorgend und schadensminimierend wirken. (Bürger, A. & Kaess, M. ,2020)


Gesetzliche Regelungen der Prävention - Das Präventionsgesetz

Prävention spielt in Bezug auf die Gesundheit eine einflussreiche Rolle. Aus dem Grund wurde 2015 das Präventionsgesetz (PrävG) verabschiedet, welches die gesetzliche Grundlage der Prävention und der Gesundheitsförderung bildet und die Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen stärkt. Die Krankenkassen werden beispielsweise im Rahmen des Präventionsgesetzes verpflichtet, Leistungen der Primärprävention in ihrer Satzung zu verankern.



Fazit

Prävention ist ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens. Durch sie können Krankheiten bestenfalls vermieden oder zumindest verringert werden. Um dies zu erreichen ist es wichtig, die richtige Präventionsmaßnahme für die passende Zielgruppe zu finden. Vor allem im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es von Vorteil, seine Zielgruppe zu kennen und zu erkennen, welche der Präventionsarten die gesundheitliche Situation der Beschäftigten am besten verbessern kann. Prävention sollte nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen oder einer Gruppe eingehen.


Quellen:

Bundesgesundheitsministerium. (2021) Prävention. Abgerufen am 17.11.2021 unter https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/p/praevention.html

Bürger, A. & Kaess, M. (2020). Universelle und selektive Prävention. Springer Medizin Verlag GmbH & Springer Verlag GmbH, Teile von SpringerNature. Abgerufen am 01.02.2022 unter https://www.springermedizin.de/emedpedia/psychiatrie-und-psychotherapie-des-kindes-und-jugendalters/universelle-und-selektive-praevention?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-49289-5_67

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